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plays - 2000/2001 - "A Victrian Night At The
Theatre" back |
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Selbstverständlich
haben wir uns in der Schule mit Shakespeare befasst; wir haben aber auch
die dramatischen Werke des 17., 18. und 20. Jahrhunderts interpretieren
müssen. Es hat Jahre gedauert, bis mir klar wurde, dass wir in dreizehn
Schuljahren kein einziges Drama des 19. Jahrhunderts
gelesen hatten. Überall
sonst in Europa gab es ernstzunehmende Dramaturgen; in England aber
war das Jahrhundert der Industriellen Revolution
literarisch gesehen
das Jahrhundert der Dichter - Blake, Tennyson, Byron und Shelley - und der
Schriftsteller wie Dickens. Das englische Theaternmusste bis Ende des
Jahrhunderts auf solche Größen wie Oscar Wilde
Sollte das denn heißen,
dass eine Nation passionierter Theaterbesucher
sogar zu Shakespeares Zeiten waren es
nicht allein die Reichen, die ins
Theater gingen - frustriert
daheim bleiben musste? Meine Recherchen
ergaben, dass meine
viktorianischen Vorfahren wohl ins Theater gingen, dass allerdings die
modernen Stückeschreiber, deren Werke während der
Regentschaft der humorlosen
britischen Königin Victoria uraufgeführt
wurden, nicht zu den
Überragenden ihrer Zunft gehörten. Wer kennt
heute noch solche Namen
wie Leopold Lewis, C.H. Hazlewood und
Während ich nach
einem Thema für ein neues Theaterstück suchte, wurde ich neugierig: Wie waren
diese Theaterstücke - Komödien und Melodramen
- des letzten Jahrhunderts,
die mir allesamt unbekannt waren? Lediglich
Es gelang mir nicht, den Maria-Marten-Text, wohl aber die Texte anderer Theaterstücke des Viktorianischen Zeitalters ausfindig zu machen, und ich stellte zu meinem Erstaunen fest, dass das damalige Theater, gut organisiert und technisch weit fortgeschritten, wie es war, Abend für Abend unzählige Menschen in seinen Bann zog. Die Theaterstücke gehörten zwar nicht zur großen Literatur, sie waren aber längst nicht so schlecht wie ihr Ruf und enthielten Rollen, die von Theatergrößen wie Sir Henry Irving und Dame Ellen Terry, deren Foto auf dem Plakat von Herrn Bertlings zauberhafter Shakespeare-Aufführung "Wie es Euch gefällt" zu sehen ist, mit Bravour gespielt wurden. Die Dramen waren halt dramatisch, die Komödien witzig - was wollte der etwas anspruchslos gewordene Theaterbesucher mehr? Es gab ja Aufführungen der großen Werke der letzen drei Jahrhunderte genug; manchmal wollten die Massen - dank der Industriellen Revolution war die Bevölkerung explosionsartig gewachsen -nur einfach unterhalten werden. In dieser Hinsicht besteht eine unübersehbare Verbindung zwischen dem Theaterpublikum des 19. und dem Fernsehpublikum des 20. Jahrhunderts! Im Vergleich zu den Theatern der früheren Jahrhunderten hatte man im Viktorianischen Zeitalter bessere technischen Möglichkeiten die heutzutage so beliebten "Special Effekts" zu erzielen: Am Anfang dieses Zeitalters bestand die Beleuchtung aus Kerzen und Öllampen, am Ende des Jahrhunderts gab es schon elektrisches Licht, das auch den Gebrauch von farbigen Strahlern (kein Gespenst ohne grünes Licht!) ermöglichte. Die Kulissen, deren Herstellung außerordentlich Arbeitsintensiv war, wurden immer komplizierter, die Kostüme kunstvoller und üppiger, und Musik und Tanz durften nicht einmal beim Melodram fehlen. Die Tatsache, dass das
Theater immer mehr zu einem Ort der Unterhaltung wurde, kann
aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die
Rollen in den neuen
Theaterstücken in den meisten Fällen Stereo-
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