|
plays - 2001/2002 - "Madhouse" back |
||
|
„MADHOUSE“ ein voller Erfolg! Nachdem monatelang unter zum Teil erschwerten Bedingungen, jedoch mit viel Einsatz und Spaß geprobt worden war, hatte am 15. März das neue Stück des Literatur-kurses Englisch – „Madhouse“ – Premiere. Um 19.30 Uhr schleppte Dotty (Vera Klaus, 13) den Landstreicher Bill (Gregor Scholz, 13) zum ersten Mal über die Bühne, und die Komödie um eine adelige Familie in London nahm ihren Lauf. Dottys Schwester Joanne (Irena Tadic, 12) kehrt unerwartet aus Paris zurück und sieht sich dazu gezwungen, den Obdachlosen Bill den anderen Familienmitgliedern und auch ihrem Freundeskreis als ihren Vetter aus Australien vorzustellen. Alle anderen machen dann aus dem armen Bill, der nicht weiß, wie ihm geschieht, auch noch einen steinreichen „sheep farmer“ – bzw. einen italienischen Butler, der des Englischen nicht mächtig ist. Bevor es zum „happy ending“ kommt, schafft es Dotty, die plumpen, für die Zuschauer köstlichen Annäherungsversuche ihres Verehrers Sir Nimrod de Ping (Martin Lenecke, 13) abzuwehren und sich in den jungen Möchtegern-Räuber Winslow (Matthias Bergholz, 12) zu verlieben. Dottys Mutter Lady de Wyngarde (Mariele Löper, 12), die am Abend einer geplanten Party mit der Nachricht in die Runde platzt, dass ihr Mann sie wegen einer 25-Jährigen verlassen wolle, beschließt mit Dotty und Winslow nach Australien auszuwandern, und der schreckliche Nimrod („Nimmie“) landet in den Armen der Schauspielerin Virginia Underbottom - äh – Middlethorpe (Daniela Harnacke, 13). Weitere Rollen: Joannes genervte Ehemann Roger (Felix Sprenger, 12), Partyservice Shakira (Arpana Komander, 11) und Kevin (Stefan Krümpel, 11), Lady Moira und Lady Sylvia (Anne Klaus, 12 und Marai Ströcker, 12), die in einer früheren Szene als leicht hysterisches Putz-Duo „Squeaky Clean“ zu sehen waren, und last not least der arme Lord Tony (Tim Steinbrecher, 12), der in ständiger Angst vor einem Herzinfarkt lebt. An dieser Stelle möchte allen Mitgliedern des Theaterkurses ein dickes Lob aussprechen: Sie waren nicht nur mit Begeisterung bei der Sache, sie waren auch vollkommen zuverlässig – und die Arbeit mit ihnen machte von Anfang bis Ende Freude. Auch die Tatsache, dass Getränke aus dem Getränkemarkt in die Schule geschafft wurden, dass immer alles auf- und weggeräumt wurde, ist keine Selbstverständlichkeit! Danken möchte ich noch Martin Siekmann und Matthias Flottemesch (12), die mit beachtenswerter Ruhe die Technik und den Getränkeverkauf organisierten. Gefreut habe ich mich über die begeisterte Mitarbeit der Schüler Michael Arens, Marian Krüper und Dominic Marquis (Klasse 7c), die eine Woche lang Karten in der Pausenhalle verkauften, an der Abendkasse saßen und Getränke verkauften. Auch Herr Röring, Herr Wilde, Frau Marpert und Frau Ruthemann trugen mit ihrem Einsatz dazu bei, dass unser Stück ein Erfolg wurde. _________________ Programm Notes Vor einigen Jahren traf ich in der englischen Stadt Canterbury einen etwa 35-jährigen Mann, der auf der Treppe eines Parkhauses übernachtete. Es war kalt, aber er besaß nicht einmal eine Decke; er hustete erbärmlich, er hatte Hunger. Als er sich unter Tränen für das bisschen Geld bedankte, das ich ihm in die Hand drückte, merkte ich, dass er zwar heruntergekommen und krank aussah, dass er aber mit dem in England sofort erkennbaren Akzent eines gebildeten Menschen sprach. Ich habe ihn nicht gefragt, wie es dazu gekommen war, dass er sich als Bettler durchschlagen musste; wahrscheinlich steckte der Verlust der Arbeitsstelle, eine Scheidung oder ein Firmenbankrott dahinter. Wohnungsnot und Obdachlosigkeit stellen nach wie vor eine der dringendsten sozialen Herausforderungen dar. Fehlende preiswerte Wohnungen sowie ein stark rückläufiger Sozialwohnungsbestand führen bei gleichzeitigen hohen Arbeitslosenzahlen, einer zunehmenden Zahl von Sozialhilfeempfängern und einer steigenden Mietpreisentwicklung zu einer Verstärkung des Risikos des Wohnungsverlusts. Einigen Studien zufolge gibt es ungefähr 3 Million Leute in den Ländern der europäischen Gemeinschaft, die keine Wohnung haben. In Deutschland allein sind geschätzte 850.000 Menschen obdachlos, ein Drittel sind Kinder und Jugendliche. In Großbritannien wurden 1995 innerhalb eines einzigen Jahres fast 250.000 junge Leute zwischen 16 und 24 obdachlos. Obdachlose leiden zweimal so häufig wie sesshafte Menschen an chronischen Erkrankungen wie Atmungs- oder Ohrinfektion, Magen-Darmkrankheiten und sexuell übertragenen Krankheiten, einschließlich HIV/AIDS. In Deutschland haben 8 von 10 Obdachlosen keinen Schulabschluss. Die Lebenserwartung eines Obdachlosen ist etwa 25 Jahre weniger als die sesshafter Menschen. Nach Informationen des NRW-Ministeriums für Arbeit und Soziales, Qualifikation und Technologie gibt es zurzeit im Kreis Soest 396 Obdachlose, von denen 328 "infolge Zahlungsverzugs oder grobmietwidrigen Verhaltens vom Vermieter fristlos gekündigt wurde". Wir werden ein Teil der Einnahmen an die AIDS-Hilfe des Kreises Soest spenden: AIDS-Hilfe im Kreis Soest e.V./Siechenstraße 9/ Soest Tel: 02921/2888 Kontonummer: 3002003 Sparkasse Soest BLZ 41450075
|
![]()
|